Danke, Vanelein, für deinen kleinen Einblick in die reale Polizeiarbeit. Ich glaube aber, dass die Darstellung von Polizisten im Fernsehen, oft problematisch. Auch als großer Krimi-Fan sind mir im Tatort und anderen Krimi-Serien schon seltsame Ermittlungsmethoden aufgefallen. Das ist genau wie mit vielen anderen Ungereimtheiten, über die wir hier schon diskutiert haben. Die gibt es auch in jeder anderen Serie. Offensichtlich glauben Fersehmacher, das muss so sein...
Zurück zu der seltsamen "Verhör"-Szene von heute: Ich halte es für möglich, dass Oskar den Kommissar gekauft hat. Nach dem Motto: Die Polizei - Oskars Freund und Helfer. Wenn das nicht so ist, fress' ich 'nen Besen, versprochen.

Aber Oskar hatte meiner Meinung nach ein bisschen zu viel Narrenfreiheit in dieser Verhör-Farce. Oder, wie man hier im "Ländle" sagt, das Verhör hatte ein "Geschmäckle".
Mein Verdacht bezieht sich vor allem auf die Befragungsmethoden dieses Kommissars. Auch wenn Alisa keine Beweise für ihren Verdacht hatte, hätte er ihre Angaben wenigstens überprüfen müssen. Oskar hat er ja regelrecht nach dem Mund geredet. Wenn er, wie er behauptete, in alle Richtungen ermitteln würde, hätte er Oskar mehr in die Zange nehmen müssen. Oskar durfte bei dem "Verhör" ständig dazwischenquatschen, während Alisa, Tamara und Jonas zurechtgewiesen wurden, sobald sie auch nur "piep" sagten. Und einen Punkt hat Vanelein ja schon angesprochen: Was ist das überhaupt für ein komisches Verhör, bei dem die Zeugen gemeinsam mit dem Beschuldigten befragt werden, der praktischerweise gleich noch sein Möchtegern-Alibi mitbringt?
Bei so einer Farce brauchen die TN-Polizisten sich wirklich nicht zu wundern, wenn die Angehörigen der Vermissten die Suche und die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass man ihnen hilft und schreiten deshalb selbst zur Tat. Dass Alisa Oskars Handy knacken wollte, hat ihr bei mir wieder Sympathiepunkte eingebracht. Der Zweck heiligt die Mittel!
Auch die Beweisführung fand ich problematisch. Als Alisa ihren Verdacht äußerte, hatte sie das Pech, dass die einzigen, die ihre Aussagen untermauern konnten, nicht da waren: Liliana hatte das Fläschchen mit den Tropfen gefunden und Christian hatte die Handy-Nr. des "Arztes". Wahrscheinlich war die Handy-Nr., die der Typ aufgeschrieben hatte, gar nicht mal die richtige, das hätte also nichts gebracht. Zu allem Überfluss existiert das schriftliche Beweisstück nicht mehr, Christian hatte das Blutbild ja (wie dumm!!!) dem falschen Arzt in die Hand gedrückt.
Was das Blutbild betrifft, hätte die Polizei selbst Schritte zur Beweisführung unternehmen sollen: Es hätte genügt, Paul als behandelnden Arzt vorzuladen oder das Krankenhauspersonal zu befragen. Diese Aussagen hätte Alisas Verdacht bestätigt und die Polizei müsste dann in diese Richtung ermitteln. Aber das wird nicht passieren, wenn der Kommissar tatsächlich von Oskar gekauft wurde. Oder urteile ich da zu hart über ihn?