Ich fand es sehr schade, dass Lilianas Aufarbeitung der Vergangenheit in einer einzigen Folge abgehakt wurde. Da hätte man noch etwas Spannendes und / oder Bewegendes draus machen können. Das hätte die Geschichte um Liliana eventuell noch richtig schön abrunden können. Es wirkte so, als ob die Autoren beim Schreiben festgestellt haben: "Huch, das müssen wir ja auch noch einbauen." Sie hätten es tun und dafür einige banale Storys einsparen sollen.
Stattdessen kann es Liliana gar nicht schnell genug gehen, nach Gomera zu kommen, so dass sogar ein Privatjet angeheuert werden musste, und von Lilianas Verzweiflung war in Null Komma Nix nichts mehr zu spüren. Die Idee, hin zu fliegen und sich am Ort des traurigen Geschehens von der toten Tochter zu verabschieden, finde ich gut, aber da so eine kleine Stippvisite von zu machen, in der das Mädchen nicht mal ein Gesprächsthema war, ist meiner Meinung nach voll daneben. Ich finde, Liliana hätte noch ein bisschen von der Kleinen erzählen sollen. Wenn man sich von toten Angehörigen verabschiedet, ist es immer wichtig, über denjenigen zu reden, dann lässt sich so manches besser verarbeiten. Die Muschel ist zwar ein nettes Symbol für den Abschied, aber im wirklichen Leben wäre es damit noch nicht getan. Verarbeitung setzt auch immer eine intensive Auseinandersetzung voraus. Um das zu wissen, braucht man nicht mal irgendwelche psychologischen Fachkenntnisse.
Leider fehlte den Autoren hier wieder einmal das für diesen Stoff nötige Feingefühl. Note 5 für Lilianas Kurztrip nach Gomera.
