von ZierFisch am Fr 12. Feb 2010, 17:55
Zuerst habe ich auch heute nur den Kopf geschüttelt über Tamara. Der Mutter vorschreiben, wen sie lieben soll? Hallo, geht's noch? Und Mama hat sich dann bitteschön vorm verwöhnten Töchterchen zu rechtfertigen? Als Tamara ihre Mutter um ein Gespräch unter vier Augen bat, kam sie mir vor wie eine Gouvernante, die ein ungezogenes kleines Kind zurechtweisen will.
Dass für Tamara die Vorstellung, ein anderer Mann könnte den Platz ihres Vaters einnehmen, zunächst schwierig war, kann ich zwar nachvollziehen. Ich glaube, wenn man so früh (und erst recht ausf diese Weise) den Vater verliert, ist es zunächst einmal schwer, sich dann wieder auf etwas Neues einzustellen. Vielleicht hätte ich auch Bedenken, ich weiß es nicht. Aber auf die Art, wie Tamara ihre Bedenken äußerte, geht das ja gar nicht! Sie kreist immer noch viel zu sehr um sich selbst und hat daher gar nicht wahrgenommen, wie einsam Liliana sich fühlt. Tamara selbst hat diesen Leblanc noch gar nicht kennen gelernt, kann also eigentlich gar nicht beurteilen, was los ist.
Ich bin auch froh, dass Christian sie überzeugen konnte, als er ihr erzählte, wie es ihm erging, als Liliana kam und ihm seine verstorbene Mutter ersetzte. Ich glaube, gerade dass Christian von seinen eigenen Erfahrungen berichtete, hat bei Tamara etwas ausgelöst. Hätte er nur ein beiläufiges "Ist doch nicht so schlimm, wird schon wieder" heruntergeleiert, wäre das wirkungslos verpufft. So aber hat er Tamara berührt. Die Szene von den beiden hat mir sehr gut gefallen. Übrigens gefiel mir auch ihr neuer Blog, in dem sie beschrieb, was Oskar in den acht Jahren alles verpassen wird und in dem sie auch deutlich (und für mich glaubwürdig) sagte, dass sie einem neuen Glück von Liliana nun nicht mehr im Weg stehen würde. Wenn der Blog auf der Startseite zu sehen ist, schaue ich ihn mir nochmal an, da waren wirklich ein paar sehr gute Gedanken drin. Wenn Tamara so weitermacht, wird sie sich wohl endlich wieder einen großen Schritt nach vorne entwickeln.
"In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."
(nach Augustinus Aurelius)