von ZierFisch am Sa 6. Mär 2010, 20:22
Alexandra erinnert mich immer an fünf Mädchen, mit denen ich früher mal zusammen zur Schule gegangen bin. Vielleicht ist sie mir wegen dieser Erinnerung so unsympathisch. Die waren genauso anstrengend, aufdringlich und verzogen. Ich nehme an, dass Letzteres auch bei Alexandra der Fall ist.
Ich habe das Gefühl, dass Alexandra es gewohnt ist, zu bekommen, was sie will. Auf etwas verzichten, das kennt sie gar nicht. Und wenn die "Gefahr" besteht, dass sie etwas nicht bekommt, fängt sie an, zu kratzen und zu beißen. Ich vermute, dass sie früher schon alles nachgeschmissen bekam, so als eine Art "Liebes-Ersatz" von ihren Eltern. Und sie scheint auch bis heute kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern zu haben, sonst würde sie nicht bei Hanna und ihrer Familie wohnen. Sie äußerte ja schon mal Sätze wie "Meine Eltern waren dauernd auf Geschäftsreise" oder "Ihr seid meine zweite Familie". Ich glaube, sie hat nie kennen gelernt, was es heißt, geliebt zu werden. Diese Sätze nehme ich ihr auch ab. Sie wirkte dabei nicht so, als ob sie sich einschleimen wollte.
Ich denke, Hanna und Alexandra waren früher mal echte gute Freundinnen. Ich glaube, dass die Freundschaft erst jetzt Risse bekommt, wenn Alexandra sich (zu Unrecht) von Hanna übervorteilt fühlt. Es kann zwar sein, dass sie immer schon eine Tendenz hatte, auf Hanna eifersüchtig zu sein, aber dass das immer eher unter der Oberfläche brodelte und jetzt erst so richtig zum Vorschein kommt.
Meiner Meinung nach konnte Hanna das noch nicht früher erkennen und wird sich das zuerst auch mal nicht eingestehen, ähnlich wie Alisa gegenüber Oliver. Ich denke, Hanna kann man nicht vorwerfen, dass sie Alexandras Veränderung noch nicht wahrgenommen hat. Oft will man eine so drastische Veränderung der Freundin ja auch gar nicht wahrhaben. Ich habe es schon sehr oft erlebt: Es ist immer schmerzhaft, zu erkennen, dass eine langjährige, sehr vertraute Freundschaft zerbricht. Oft verschließt man davor die Augen, bis es das böse Erwachen gibt.
"In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."
(nach Augustinus Aurelius)