Abschied nehmen ist schwer. Man sieht, wie sehr Liliana ihre Familie ans Herz gewachsen ist. Mir kommt es vor, als würde sie in Caro sowar wie eine eigene Tochter sehen, und das ist - bei allem, was war - nicht gerade selbstverständlich. Ihr Abschied von Gudrun und Karl war nett und freundschaftlich, was auch nicht unbedingt immer vorkommt. Viel zu oft hört man von einer Art Konkurrenz zwischen leiblichen Eltern und Adoptiveltern. Schön, dass das hier (im Gegensatz zu meinen Befürchtungen) nicht eingetreten ist. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Gudrun immer Angst hatte, ihre Kinder zu verlieren und dass Liliana weiß, dass Gudrun einst den einen Kristallohrring im See versenkte, um zu verhindern, dass Alisa und Liliana herausfinden, wer sie sind.
Mich hat besonders ihr Abschied von Jonas berührt. Er hat sie plötzlich "Mama" genannt! Beinahe wären mir die Tränen gekommen. Offensichtlich hatte ich mich doch getäuscht, als ich hier mal schrieb, dass Liliana und Jonas sich irgendwie gar nicht näher kommen. Ich finde es sehr schön, dass es so gekommen ist. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als Jonas erfuhr, wer seine leibliche Mutter ist und wie ablehnend und bescheuert er da reagiert hat. Und jetzt sagt er: "Ich werd' dich vermissen, Mama!" Ich find's schade, dass von der Annäherung zwischen Mutter und Sohn nicht mehr gezeigt wurde. Außer der Versöhnung mit gemeinsamen Frühstück und der Lebensrettungsszene gab es kaum bewegende Momente zwischen den beiden. Ich hätte sehr gerne mehr davon gesehen...
