Our own Story

Hier kann man über alles reden was neben Alisa noch so im Leben passiert :)

Our own Story

Beitragvon Vanelein am So 24. Jan 2010, 14:24

A new beginnig.....
*Prolog*

Gutenachtgeschichten gab es viele auf dieser Welt. Fast jedes Kind hat schon mindestens eine in seinem Leben gehört und erinnert sich sicherlich daran, wie gebannt es dem Erzähler gelauscht hatte, als er beispielsweise von wilden Indianern erzählte. Oder gar von einem Prinzen, der seine Prinzessin rettete, mit einem Kuss, der sie wieder aufwachen ließ, oder des tapferen Kriegers, der die Schlachten bezwang und Ruhm und Ehre genoss. Ja, es gab wirklich viele Gutenachtgeschichten und jede einzelne davon war einzigartig, ein Unikat, wenn man es so nennen mochte. Das Eintauchen in andere Welten war wohl das Spannendste an einer erzählten Geschichte, die plötzlich in den Köpfen zur Realität werden schienen.

Nicht anders ging es der 8-Jährigen Sophie, die ihren Daddy fast jeden Tag am Abend bat, ihr eine gute Nachtgeschichte zu erzählen. Sie liebte die Art ihres Vaters Christian, wie er erzählte und seine Stimme andauernd so lustig veränderte. Aber vor allem liebte sie es wie er sie abends auf dem Rücken die Treppe hinauf brachte und das vorher von ihm aufgeschlagene Bett in Form brachte, sodass sie es warm und gemütlich dort hatte. Sophie war ein glückliches Kind, auch wenn ihr Leben mit einer tiefen Narbe versehen war. Nun war es auf den Tag genau acht Jahre her, als ihre Mutter Sonja verstorben war und sie wusste, dass sie während ihrer Geburt ihr Leben verlor. Manchmal hatte Sophie ihren Vater an ihrem Geburtstag weinen sehen, auch wenn er mit aller Macht versucht hatte es vor ihr zu verbergen, aber diese Aufmerksamkeit und Wachsamkeit schien sie von ihrer Mutter zu haben. Davon war sie fest überzeugt.

„Daddy, Daddy“, rief die Achtjährige, sprang wie wild im Wohnzimmer um her und tänzelte andauernd vor Christians Füßen herum, der gerade in eine Zeitung vertieft war. Einen kurzen Moment sah er auf und blickte in die dunkelbraunen funkelnden Augen seiner Tochter. Sie sah ihr so ähnlich. Die weichen Gesichtszüge, ihr Haar und auch ihre Art waren Sonja, seiner geliebte Frau, so sehr ähnlich, dass es ihm einen leichten Stich im Herzen bereitete, als er sie so lange anblickte. Mit einem undefinierbaren Seufzer legte er die Zeitung weg, streckte seine Arme nach seiner Tochter aus, die in ihrem rosafarbenem Schlafanzug, den er ihr an diesem Tag zum Geburtstag geschenkt hatte, einfach richtig süß aussah und setzte sie auf seinen Schoß.
„Was kann ich für dich tun Prinzessin?“, flüsterte Christian der Kleinen ins Ohr, wobei er es sich nicht nehmen ließ ihr dabei einen Stups auf die Nase zu geben und sie auf die Stirn zu küssen. Sophie kicherte dabei vergnügt und schmiegte sich noch enger an ihren Vater. Diese Momente erinnerten Christian daran, was für ein Glück er im Unglück dennoch hatte mit seiner Tochter. Sie war großartig; sie gab ihm wieder das Gefühl zu leben. Christians kleine Tochter war neugierig und aufgeweckt. Schon recht früh interessierte sie sich Christians Beruf und konnte gar nicht genug davon bekommen, wenn er ihr von seinen Arbeitstagen erzählte. Es war auch für den Polizisten sehr angenehm, denn dieser musste bei ihr auch keine Scheu haben, denn sie verstand die kleinsten Details. Das kleine Mädchen ist einfach ein außergewöhnliches Kind, das stand fest.

Plötzlich setzte Sophie einen gespielt ernsten Gesichtsausdruck auf und deutete auf seine Uhr. „Daddy, du vernachlässigst deine Pflichten“, sprach sie ernst und Christian war nur noch mehr erstaunt über seine Tochter, wie reif sie doch schon war. Sophie war wie seine bezaubernde Sonja in vielerlei Hinsicht, denn sie war der ruhige Pol in dieser kleinen Familie. Wenn er zu weit ging, bremste ihn seine Tochter häufig aus und brachte ihn zurück auf den Boden der Tatsachen. Manchmal schien es sogar so, dass sie einfach die vernünftigere von beiden war. Mit einem Lächeln auf den Lippen antwortet der stolze Vater: „Junge Dame, ich weiß genau, was meine Pflichten sind. Wie ich der Uhr entnehmen kann, ist es bereits 20 Uhr und für sie My Lady ist es höchste Zeit für das Land der Träume“. Ein breites Grinsen huschte über das kleine Gesicht des achtjährigen Mädchens.
„Daddy, trägst du mich wieder hoch“, flüsterte sie und sprang von seinem Schoß. Innerlich musste Christian grinsen. Sophiewar wohl das einzige Kind, das freiwillig ins Bett gehen wollte, aber er wusste auch ganz genau warum sie so darauf drängte in ihr Bettchen zu kommen.

Mit einem leichten Seufzer erhob sich der Polizist und strich sich durchs Haar. Es verging kein Abend an dem er seine Sonja nicht vermisste. Christian blickte einen Moment auf das gerahmte Hochzeitsfoto, das auf dem Regal stand und schwelgte einen Augenblick lang in seinen Erinnerungen an sie. Sonja war mit Sicherheit die Liebe seines Lebens und er wusste, dass er wohl nie wieder eine Frau so sehr lieben könnte wie sie. Auch wenn der junge Mann sich dessen bewusst war, dass Sonja an den Folgen von Sophies Geburt gestorben war, hat er nicht einmal daran gedacht seine Kleine dafür verantwortlich zu machen. Christian konnte sich noch genau an den Tag erinnern, als Sonja ihm die freudige Nachricht überbrachte, dass sie ein Kind erwartete.

Es war ein sonniger Sonntagnachmittag im Mai. Die beiden hatten sich im Frankfurterpark getroffen. An das Glitzern in Sonjas Augen konnte er sich noch genau erinnern und ihr langes braunes Haar, das ihr über ihre Schultern viel. Es war ein wunderschöner Anblick; das musste Christian zugeben. Sie sah an diesem Tag anders aus. Ihr freudiges Glitzern in ihren Augen, das vergnügt und lebendig hin und her hüpfte, machte den jungen Polizisten glücklich. Sonja musste nicht einmal etwas sagen, ihre Hand ruhte auf der von Christian, als sie ihre Hand auf ihren Bauch führte. Christian brauchte nicht lange nach zu denken, denn er wusste ganz genau, was ihm seine Verlobte damit sagen wollte.

„Daddy“, rief Sophie ungeduldig und der junge Vater wurde aus seinen Erinnerungen gerissen. „Was ist denn nun, trägst du mich hoch?“ Er nickte bejahend und beugte sich zu seiner Tochter über. In einer ruhigen Minute würde er sich mit Sicherheit wieder dabei ertappen, wie er an Sonja dachte, da war er sich sicher. Christians Arme schlangen sich behutsam um den zierlichen Körper seiner Tochter und zogen sie auf seinen Rücken. Mit vorsichtigen Schritten, schritt er die Wendeltreppe hinauf. Das Haus war riesig. Sonja war so vernarrt in dieses Haus, dass Christian praktisch nicht anders konnte als dem Kauf zuzustimmen. Bei der Einrichtung hatte der einsame Vater allerdings nicht viel Mitspracherecht. Das musste er ganz seiner Frau überlassen. Auch wenn er es nur mit Widerwillen tat, es hatte sich am Ende gelohnt und das Haus würde nicht das sein, was es nun war.

Sophies Zimmer erstrahlte in einem sanften gelben Ton. Die Wände wurden damals von Christian gestrichen, da sie damals noch nicht wussten, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden würde. Deshalb haben Sonja und er sich für gelb entschieden. Christian fand das einleuchtend. Warum sollte ein Kinderzimmer immer in blau oder rosa gestrichen werden? Es war eine stupide Aneignung der Amerikaner, die er nicht kapierte. Christian verstand es in jeglicher Hinsicht schon immer gegen den Strom zu schwimmen. Warum nicht auch bei der Wahl der Farbe des Kinderzimmers? Das Zimmer wurde schließlich in gelb gestrichen und mit sehr viel Liebe eingerichtet. Sonja hatte schon immer einen Faible für Details, was man an diesem Zimmer deutlich zu sehen bekam.

Mit einem wiehernden Geräusch betrat der junge Mann die vier Wände seiner Kleinen und schnaubte übertrieben wie ein Pferd, als er sich ein wenig auf bäumte und seine Tochter aufs Bett fallen ließ. „So Station Ende, das Pferdchen ist müde“, lachte Christian und setzte sich zu Sophie aufs Bett. Behutsam strich er ihr durchs Haar und lächelte sie an. Nun war es wieder so weit. Wie jeden Abend seit Sophies Geburt saß er an ihrem Bettchen, bereit ihr wieder aufs Neue das Eintauchen ihn andere Welten zu ermöglichen. Christian wusste nicht woher er plötzlich diese Gabe hatte solch skurrilen und fantasiereichen Geschichten zu erzählen. Was er aber wusste war eines, dass er seiner Tochter damit ein Stück weit helfen konnte von etwas zu Träumen.
„Bereit für eine neue Geschichte?“, flüsterte Christian und rückte näher zu ihr. Sophie nickte bejahend und kuschelte sich erwartungsvoll an ihren Vater, der leise begann zu erzählen....

Es war einmal....
Vanelein
 

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