von ZierFisch am Do 17. Feb 2011, 13:30
Ich finde es gut, dass es solche Filme gibt, gerade wenn es um persönliche Schicksale aus dieser Zeit geht, wie eben bei der Familie Heye. Ich gehöre zur Enklegeneration derer, die damlas geflüchtet sind. Meine Großmutter hat meinen Geschwistern und mir schon Flucht-Geschichten erzählt, als wir noch Kinder waren. Das klingt zunächst vielleicht grausam, aber ich muss zugeben, dass ich viel daraus gelernt habe, unter anderem Toleranz und Respekt gegenüber denen, die in der Nachkriegszeit hier alles wieder aufbauten. Viele von ihnen waren in einer verzweifelten Lage, mussten sich aber durchbeißen und haben enorm viel geleistet, damit wir heute diesen Lebensstandard haben. Wenn ich mir heutzutage anhören muss, wie schnell unsere Gesellschaft das Jammern anfängt, wird es mir jedesmal übel.
Ich habe in meinem letzten Beitrag ja kurz die Kritiken zu dem Film angesprochen. Da gab es zum Beispiel einen, der bemängelte, dass in dem Film "große Gefühle statt große Geschichte" beschrieben würden. Gerade das fand ich eigentlich gut: eine Familiengeschichte mit einer völlig subjektiven Sicht auf die finsterste Zeit unserer Geschichte. Ich glaube, mehr sollte es (aus Sicht der Filmemacher) gar nicht sein.
"In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."
(nach Augustinus Aurelius)