Gestern war ich mal wieder im Kino - im frisch Oscar-prämierten Film "The King's Speech". Mein Fazit lautet dieses Mal: ganz nett. Colin Firth hat gut gespielt und seinen Oscar wohl zu Recht bekommen, aber ich hätte den für den besten Film wohl eher "Black Swan" gegeben. Die Geschichte des stotternden Königs, der mit für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Methoden lernt, richtig zu sprechen, hatte ich mir irgendwie mittreißender vorgestellt. Und lustiger. Das Original soll angeblich prall gefüllt mit englischem Humor sein, das war in der deutschen Fassung natürlich nicht möglich.
Dier Film hatte aber auch ein paar berührende Momente. Zum Beispiel als die Krönung des stotternden Königs bevorstand. Der Mann, der nach außen hin immer als Staatsmann auftrat, zeigte da seine schwache Seite, traute sich das Amt des Königs wegen seiner Stotterei nicht zu. Kurz vor der Krönung konfrontierte er seinen Therapeuten damit, dass er kein Doktor sei, dabei erzählte ihm der Therapeut seine Geschichte, wie er dazu gekommen war, Menschen zu heilen, die aufgrund eines Traumas an Sprachstörungen litten. Auch das war eine berührende Szene.
Was ich auch sehr gut dargestellt fand, war die Beziehung des Königs zu seinen Mitmenschen. Wenn er mit einem Menschen gut zurechtkam (z.B. Ehefrau, Kinder), stotterte er nicht. Gegenüber seinem Vater oder seinem älteren Bruder stotterte er. Damals war man wohl noch nicht so weit, dem Stottern psychische Ursachen zuzuschreiben, auch das kam in diesem Film ganz gut raus.
Ich kann den Film gut weiterempfehlen, doch diesmal nur mit einer Bewertung von 3 von 5 Sternen. Vielleicht lohnt es sich eher, den Film in der Originalfasssung anzusehen.
